Mittwoch, 30. Mai 2007
Am Freitagnachmittag war ich im Vertiefungsstudium „Welt erleben und entdecken“ mit einer 1. Klasse an der Goldach. Ich habe da wieder einmal mehr erfahren, wie schön doch die Natur ist und wie viel Freude sie den Kindern bereiten kann. Die Kinder hatten rieseigen Spass, sich mit den Naturmaterialien, die es im und um den Bach gibt auseinander zu setzen. Auch ich hatte grosse Freude daran, die Kinder so fröhlich zu sehen, und dachte doch hie und da an meine eigene Kindheit zurück und wie schön es für mich war, möglichst viel Zeit in der Natur zu verbringen.
Als zukünftige Lehrperson sollte es mein Interesse sein, den Kindern klar zu machen, dass die Natur für uns wichtig ist, und dass wir unseren Beitrag für eine „gesunde Natur“ leisten müssen.
Über Pfingsten war ich im Tessin. Ich hatte da mit meiner Familie ein paar Tage verbracht. Von berauschend schönem Wetter konnte an diesem Wochenende nicht die Rede sein. Es hatte geregnet was das Zeug hielt. Der Wind zog über Zelt, Vorzelt usw. hinweg und hat auch einiges mitgerissen.
Trotz dieses Wetters hatte ich mich an das Ufer des Lago di Lugano gesetzt, natürlich wetterdauglich bekleidet, und meine Gedanken schweifen gelassen. Ich hatte den Wind, der mir um die Ohren sauste, sowie die Wellen, die der See aufwarf und Geräusche erklingen liess, bewusst wahrgenommen. Mir wurde wieder einmal mehr bewusst, wie unberechenbar das Wetter und somit die Natur ist. Die Natur auch bei solchem Wetter zu erleben und wahrzunehmen, löst in mir ein gutes Gefühl aus.
Ich konnte im Tessin den Alltag für einige Tage hinter mir lassen, alles was noch zu erledigen ist zur Seite schieben und die Zeit, die ich da hatte ganz bewusst geniessen. Ich habe wieder Energie getankt und hatte auch wieder einmal Zeit für Lange Weile.
Ich habe diese Ruhe und die Zeit die ich hatte richtig aufgesogen und dachte daran, wie hektisch doch manchmal alles um mich herum ist. Ich konnte also für einen kurzen Moment entfliehen und die Natur und was sie alles zu bieten hat wieder einmal richtig wahrnehmen. Natur ist für mich wichtig, sie hat etwas Wohltuendes, Erholendes und Beruhigendes. Da bleibt für mich manchmal die Zeit stehen und ich kann meinen Gedanken nachgehen, mich fallen lassen. Was wäre, wenn es eine solche Natur, wie ich sie erleben darf, nicht gäbe?
Die Verbindung zu unserem Bloggthema finde ich nicht ganz einfach. Es ist so, dass immer mehr Pestizide für die Produktion von Baumwolle verwendet werden. Wir Menschen versuchen immer wieder mit neuen Mitteln das Wachens von Pflanzen voranzutreiben, damit wir es uns gut gehen lassen können. Irgendwann wird die Natur dies nicht mehr mitmachen und sich dafür in irgendeiner Art und Weise eines Tages rächen.
Die Natur tut uns Gutes, also sollten wir ihr auch Gutes tun!
Innere Ruhe
Am offensichtlichsten ist die Schönheit der Natur, diese kann man bereits erfahren, wenn man in Mariaberg zum Fenster hinaus schaut, egal in welche Himmelsrichtung. Trotz des Alltags, der um mich herumsaust, zaubert der See oder der Rosengarten ein Lächeln auf mein Gesicht.
Was mich jedoch noch um einiges mehr erstaunt als die Schönheit, ist die Reaktion der Natur auf unser Gemüht. Ich habe es bereits angedeutet mit dem Lächeln: Die Natur zu erleben macht uns glücklich und zufrieden. Über Pfingsten war ich im Alpstein, es war als tauchte ich in eine andere Welt ein. Die äussere Ruhe in den Bergen löst eine innere Ruhe in mir aus. Ich fühlte mich nicht gestresst oder unter Druck, selbst der Gedanke an die liegen geblieben Arbeit zu Hause liess mich kalt. Um mich zu schauen und die wunderschönen und gewaltigen Steinmassen zu betrachten war einfach wohltuend.
.... Furchiges Gestein in grau, weiss und orange, Grass, Geröll, Kräuter, Blumen in allen Farben, tiefbraune Erde, blauer Himmel und weisse Wolken, Wind um Gesicht und der Duft von Tannen in der Luft....
Wir Menschen haben immer das Gefühl, dass wir mächtig, schlau und gross sind. Aber unsere Bauwerke kommen niemals an eine Natur heran, egal in welcher Hinsicht und egal wie viele Mühe wir uns geben. Personen, die ausschliesslich in der Stadt leben, haben keinen Vergleich zu den Gebäuden, von Menschenhand gebaut. Vielleicht liegt hierin der Grund, warum vielen Menschen der tiefe Glaube abhanden kommt. Es fällt nicht schwer zu glauben, wenn man die Natur um sich erlebt, aber es fällt schwer zu glauben, wenn man um sich inmitten von Beton und Stahl bewegt. Und damit hängt vermutlich auch zusammen, dass eine Verbundenheit mit der Erde nur zustande kommt, wenn wir bewusst Natur wahrnehmen.
Kay Zogg 04E
Den Artikel von Otto Herz zu lesen, war für mich sehr interessant. Aus dem Artikel geht hervor, dass wir als Lehrpersonen eine wichtige Aufgabe in Sachen Nachhaltige Entwicklung haben. Wir sollen die Kinder dazu anregen und ihnen zeigen, was man damit alles bewirken kann. Die Kinder sollen merken, wie wichtig die Vernetzung mit unserer Umwelt ist, und dass auch sie dafür verantwortlich sind. Wir Lehrpersonen sollen dies den Kindern vorleben und ein gutes Vorbild sein. Wir vermitteln den Kindern, dass auch sie etwas für eine gesunde Zukunft beisteuern können, somit alle, gross und klein an einer nachhaltigen Zukunft beteiligt sind.
Die Handlungsmöglichkeiten, die darin beschrieben sind, sind interessant. Es sind aber sehr zeitintensive Projekte, die beschrieben werden. Um solche Projekte zu realisieren, ist es wichtig, fächerübergreifend zu arbeiten. Alle Kinder lernen so auch, was es heisst, nachhaltig zu handeln, auch solche, die zu Hause wenig von dieser Thematik mitbekommen. Die Kinder sollen nicht nach richtig oder falsch beurteilen können, sondern sie sollen die Perspektive wechseln können und was das eigne Verhalten auslösen kann.
Auch die Öffentlichkeit kann in solche Projekte miteinbezogen werden. Dies finde ich wichtig. Einerseits lernen so die Kinder wieder etwas Neues kennen und andererseits wird die Öffentlichkeit auf verschiedene Thematiken aufmerksam gemacht und so diese Menschen zur Nachhaltigkeit zu animieren.
Wenn solche Themen, die die Nachhaltige Zukunft anbelangen, im Unterricht thematisiert werden, sollen solche Themen ausgewählt werden, die mit dem Umfeld der Kinder zu tun haben. So könnte also das Thema Abfallentsorgung oder Abfall im Allgemeinen behandelt werden.
Dienstag, 29. Mai 2007
Sich frei und leicht fühlen
Wenn ich alleine im Wald bin und auf mich die Stille wirken lassen kann, dann fühle ich mich auf einmal leicht und frei. Die Natur gibt mir irgendwie Kraft. In der Stille komme ich endlich mal zur Ruh. Ich nehme für mich Zeit . Keine klingenden Telefonanrufe, keine Unterlagen der Schule dabei. Einfach nur ich und die Natur. Ich geniesse dies unglaublich und ich fühle mich einfach glücklich und froh. Nach einem Tag in der Natur lege ich mich oft erfüllt ins Bett. Und sage mir, dass war ein guter Tag. Am schönsten ist es, wenn ich einen solchen Tag mit Menschen verbringen darf, die ich gern habe. Es tut einfach gut.
Die Natur lässt mich auch immer wieder staunen. Sie ist so ins Detail geplant worden. Alles hat seine Ordnung. Die Natur regelt ihre Dinge selbstständig und dazu noch genau und zuverlässig. Es ist einfach genial zu sehen wie alles funktioniert. Sie nimmt ihren Lauf so lange der Mensch sie mit seinem egoistischen Eingreifen nicht zerstört. Wir, Menschen, haben manchmal einfach das Gefühl, dass wir die besten auf der Welt aind. Wir sagen, dass wir alles lenken und steuern können. Oft zerstören wir mit unserem Handeln vieles. Ich denke, dass unsere Aufgabe die Erhaltung dieser Natur wäre. Wir wären eigentlich die Pfleger dieser Natur. Doch wir möchten möglichst viel Profit aus der Natur erwirtschaften und machen dadurch die Natur vielleicht auch kaputt.
Genau so geht es doch auch den Baumwollbauern. Sie müssen möglichst viel aus ihren Plantagen ernten, damit sie ihre Familien ernähren können. Eigentlich müssten sie die Böden anderes behandeln, aber dies geht zu lange und bringt zu wenig Geld. Geld bleibt einfach ein wichtiger Faktor in unserer Welt. Wer bestehen möchte, braucht Geld, sonst geht er unter.
Ich wünsche mir, dass wir uns mehr Zeit gönnen in die Natur zu sitzen und einfach Danke sagen können für die Schöpfung. Egal ob wir jetzt viel oder wenig Geld haben.
Keine Ausflüchte sondern Ideen
Mich hat vor allem ein Satz von Herz beeindruckt:“…weil es nur noch mit Ignoranz zu tun hat, wenn nicht jede Lehrerin und jeder Lehrer tendenziell zu einem Agende-Lehrer wird.“ Dabei spricht Herz vor allem die vielen Möglichkeiten an, die sich in jedem Fach bieten, die Lerninhalte auch aus Sicht der nachhaltigen Entwicklung zu thematisieren. Ich habe mich an meine M&U-Themen zurückerinnert, welche ich während den Praktika thematisiert habe. Dabei ist mir bewusst geworden, wie viele Möglichkeiten es gegeben hätte, relevante Aspekte im Rahmen der nachhaltigen Entwicklung zu thematisieren. Ich habe mir das damals nicht zugetraut, weil ich Angst hatte vor dem Aufwand und mir kein Ziel vorstellen konnte. Deshalb finde ich den Ansatz von Herz „…vom Einfachen zum Komplexen“ sehr gut. Es zeigt einmal mehr, dass es viel wichtiger ist nach Ideen für die Umsetzung zu suchen, als nach Ausflüchten.
Mir ist es wichtig, durch das Angehen von Themen der Agenda 21 den Kindern die Augen zu öffnen, damit sie sich kritisch mit ihrer Umwelt auseinandersetzen können. Genau wie Herz finde ich dabei auch, dass keine Altersstufe zu klein ist, um sich im Unterricht über Fragen der nachhaltigen Entwicklung Gedanken zu machen.
Samstag, 26. Mai 2007
Rückmeldung zu den Posts bis 24. Mai und zur Gruppenarbeit vom 21. Mai
Ihre Vernetzungsbeispiele haben mir eingeleuchtet.Die meisten von Ihnen stellen die Erhaltung der Schönheit der Natur ins Zentrum ihrer Motivation für ein nachhaltiges Verhalten. Das verbindet Sie mit der grossen Mehrheit der anderen Studierenden.
Zu Ihrer Gruppenarbeit: Ich finde das Plakat zum Thema "Milch" (resp. wieso kaufen wir Milch im Tetrapack) auch nicht sehr aussagekräftig zur Beantwortung ihrer Aufträge. Es ähnelt mir zu sehr einem konventionellen M+U-Unterricht. Das einzige, was ich in Richtung vernetztem Denken darin finden konnte, war die Thematik, wie in anderen Ländern produziert wird.Die Partizipationsorientierung, die Sie aufführen, scheint mir viel zu eng zu sein. Echte Partizipation zu diesem Thema würde beispielsweise darin bestehen, dass die Kinder zu Beginn des Themas ihre Interessen selber formulieren und daraus Teilthemen bestimmen könnten.
C. Stucky
Donnerstag, 24. Mai 2007
Im Kleinen beginnt Grosses
Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv sich anzustrengen.
Ich finde, dass man den Kindern auch aufzeigen muss, was Realität ist. Das heisst, dass wir uns immer wieder den Spiegel vor das Gesicht halten und fragen und wie sieht es bei mir aus. Es sind nicht nur die Kinder realitätsfremd, auch wir Erwachsene halten die Augen und Ohren gerne geschlossen, wenn es um heikle Themen geht.
Mir ist es wichtig die Kinder zu sensibilisieren was in ihrer Umwelt alles läuft. Ich möchte die Kinder lernen aufmerksam zu sein und Veränderungen wahrzunehmen. Dies beginnt bereits im Schulzimmer. Wie verändert sich die Atmosphäre, wenn ein Streit in der Luft liegt? Nachhaltigkeit beginnt bei mir schon in der Beziehung zu den anderen Menschen. Wenn gute Freundschaften vorherrschen, dann kann man sich auf anderes konzentrieren und weiss, dass in Not jemand da ist. Freundschaften bereichern das Leben und sind auch wichtig für das Überleben.
Mit Freunden kann man vieles bewirken. Gemeinsam können wirkungsvolle Projekte realisiert werden. Dies würde ich auch gerne in den Unterricht einbauen. Projekte wie Bach putzen oder mit dem Förster ein Stück Wald wiederbepflanzten oder Menschen helfen die Einkaufstaschen tragen (Wertschätzung und Frieden schaffen). Solche gemeinsamen Aktivitäten stärken den Klassengeist, aber lassen die Öffentlichkeit sehen, dass die Schule ausserhalb ihres Gebäudes tätig ist. Die Kinder kommen so mit Leuten in Kontakt, mit denen sie wahrscheinlich sonst kein Wort wechseln würden. Realbegegnungen sind spannend und bauen Hemmschwellen zu Fremden und Fremdem ab.
Die Welt braucht offene und aufmerksame Kinder!